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Brisante Erkenntnisse - Schwarze Kassen im AStA der Uni-Münster? Pressemitteilung des RCDS Münster PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 9. Mai 2007

Münster – Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni Münster hat Rücklagen in Höhe von über 680.000€.  Doch was auf den ersten Blick als eine erfreuliche Nachricht erscheint, entpuppte sich schnell als ein großes Rätsel, das sogar rechtliche Konsequenzen haben könnte. Denn auf der gestrigen Sitzung des Studierendenparlaments konnte der ehemalige Finanzreferent des AStA, Oguz Önal (Juso-HSG), die Herkunft eines Großteils der Mittel, ganze 400.000€, nicht erklären. Vielmehr verwies er auf Überschüsse, die sich kontinuierlich über Jahre aus verschiedenen Haushaltstiteln angehäuft hätten.

Der Umfang der Rücklagen wurde jedoch erst jetzt bekannt. Dazu Till Kaesbach, Vorsitzender des RCDS Münster e.V.: „Es ist ein richtiger Skandal, wie der AStA eigenmächtig an der Kontrolle der Studierendenschaft vorbei Geld verwaltet. Die Beitragserhöhungen der letzten Jahre hätten vor diesem Hintergrund niemals stattfinden dürfen. Unsere Kommilitonen wurden hier um bares Geld betrogen.“

Der Betrag war auch bisher in keinem Haushalt aufgeführt und geht aus den Zahlen der letzten Jahre nicht hervor. Ebenso kurios war die Entdeckung: Der Haushaltsausschuss wurde bei der Prüfung auf die hohe Rücklage für die AStA-Druckerei aufmerksam, die sich auf 400.000€ belief. Der Haushaltsausschussmitglied Stefan Roth (RCDS) erklärt: „Mir kam diese immense Rücklage merkwürdig vor, denn sie ist selbst für die teuren Maschinen um ein vielfaches zu hoch. Daraufhin wurde der Titel prompt umdeklariert und dem Liquiditätskonto zugeführt“. Zudem ist keineswegs geklärt, was mit den angefallenen Zinsen, bei diesem Anlagebetrag eine nicht unerkleckliche Summe, passiert ist.

Die einzige Erklärung, die der ehemalige Finanzreferent abgibt, die allerdings wie eine bloße Ausrede anmutet, besagt, dass der Landesrechnungshof den Haushalt prüfe. Würde dieser nichts beanstanden, ginge man davon aus, das alles „in Ordnung“ sei. Dieser Bericht liege für das abgelaufene Haushaltsjahr 2006 noch nicht vor, werde aber bald veröffentlicht. Auf Nachfrage des RCDS beim Landesrechnungshof wurde dann ein weiteres pikantes Detail bekannt: Der Haushalt wurde nur für die Jahre 2001, 2003 und 2005 geprüft. Die Herkunft und Erklärung der „schwarzen Kassen“ bleiben also weiterhin offen.
 
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